„Abschied heißt,
etwas zurücklassen,
das man liebt
und trotzdem weitergehen,
mit der Zuversicht,
dass man es in anderem Raum,
anderer Zeit wiedersieht.“

KONRAD WOLF

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„In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge,
die du nicht getan hast.
Also löse den Knoten,
laufe aus dem sicheren Hafen.
Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln.
Erforsche.
Träume.“

M. Twain

Die letzten 10 Tage in Südafrika (Joburg – Cape Town)

Es ist die Nacht am 1. Advent – ich warte am International Airport in Johannesburg auf meinen Flug zurück nach Deutschland.
Knapp zwei Monate war ich nochmal in Mozambique und Südafrika. Es war wieder eine ereignisreiche Zeit, die superschnell vorbei ging.
Neben der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Hamlet-Inszenierung im Teatro Avenida, hatte ich die Möglichkeit, Freunde und Kollegen in Maputo noch einmal zu sehen, meine Lieblingsorte zu besuchen, meine Lieblingsgerichte zu essen – und alles in allem die Zeit in diesem wunderschönen Land mit den wunderbaren Leuten zu genießen.
Für mich ist es nun abgeschlossener und ich bin bereit, eine neue Lebensphase zu starten. Und es fühlt sich so alles abgerundet an!
Die letzten 10 Tage verbrachte ich in Südafrika:
Zuerst war ich vier Tage in Joburg und habe die Konferenz des Studienprogramms „Drama for Life“ an der WITS University besucht, die als bisher einzige Uni in Afrika in Kooperation mit der GIZ sowie dem Goethe-Institut die Studiengänge Applied Theatre, Drama Therapy und Drama Education anbietet.
Da ich anschließend noch fast eine ganze Woche bis zum Rückflug nach München hatte, machte ich mich noch auf die 20-stündige Busreise nach Kapstadt. Nach der langen Busfahrt durch vielseitige und traumhafte Landschaften, kam ich am Dienstagmorgen in Cape Town an. Es war ein heißer, strahlender Sommertag und nachdem ich mich in einem Backpackers unterhalb des Tafelberges einquartiert hatte, traf ich eine Bekannte, die an der University of Cape Town Kunst studiert. Gemeinsam mit einer Südafrikanerin und einem Zimbabwer sind wir im alten VW Golf an den Strand gefahren und haben frische Muscheln zum Mittag gegessen mit Blick auf den eisigen Atlantik. Den lauen Sommerabend verbrachten zwei Mädels aus dem Backpackers, ein Deutscher (in Kapstadt wimmelt es nur so von Deutschen) und ich in einer Bar und anschließend in der Long Street, der bekannten Partymeile Kapstadts. Danach bin ich todmüde ins Bett gefallen und habe erst einmal ausgeschlafen.
Am nächsten Tag bin ich zu einer Free Walking Tour in Bo-Kaap gegangen, einem muslimischen Stadtviertel im Zentrum von Kapstadt, das typisch für seine buntbemalten Häuser ist. Dort habe ich unter anderem einen deutschen und amerikanischen Backpacker getroffen und anschließend sind wir gemeinsam an die Waterfront, eine Art Hafen- und Vergnügungsviertel, gegangen, wo wir noch eine Finnin und Kanadierin getroffen haben. Fast alle der Reisenden, die ich während dieser Zeit kennengelernt habe, sind die Garden Route von Port Elizabeth nach Cape Town entlang gereist.
Am Thanksgiving Day sind der Amerikaner, der Deutsche und ich auf eine Weinprobe in der Weingegend rund um Kapstadt gegangen. Zu den verschiedenen Weinsorten wurde leckerer Ziegenkäse serviert.
Cape Town ist die Design Capital 2014 und ich hatte das Glück, genau in der Zeit der Art Week dort zu sein. So sind meine Bekannte, eine indische Freundin aus Maputo (die Animation in Mumbai studiert hat), eine Südafrikanerin aus Joburg und ich zu dem Event “ Late Thursdays“ gegangen. Einmal im Monat öffnen alle Kunstgallerien im Hipsterviertel „Woodstock“ und laden zu einem Art Gallery Walk ein. Es waren hauptsächlich Künstler dort und im Anschluss gab es noch ein Open Air Braai. Es war eine tolle Atmosphäre zum Ausklang des Thanksgiving Days…
Den Freitagvormittag verbrachte ich am Unicampus mit einigen Kunststudenten, die mir ihre Kunstwerke und Ausstellungen in den verschiedenen Studios zeigten. Dann gingen wir in die National Art Gallery, wo zurzeit die Ausstellung „20 Years Democracy“ läuft. Danach sind wir raus aus dem Zentrum am Meer bis zum Kap der guten Hoffnung gefahren, wo Indischer und Atlantischer Ozean aufeinandertreffen. Nach dem wirklich sehr schönen Tag ließen wir uns ins Kapstadter Nachtleben in der Long Street treiben und tanzten bis in den nächsten Morgen…
Nach ein paar wenigen Stunden Schlaf brunchte ich zum Abschied gemeinsam mit einem deutschen Grafikdesigner und französischem Landschaftsfotografen im Backpackers und dann gab es noch eine kleine Fotosession auf dem Unicampus und indisches Essen bevor die Rückfahrt nach Joburg losging.
Es waren ein paar schöne Tage in Kapstadt und ich bin einer Menge verschiedenen Menschen auf der Reise begegnet und hätte nicht erwartet, das Allein-Reisen doch so Spaß machen kann! 🙂

D